Global Reading: Dresden im StollenfieberIn Dresden ist am Sonnabend das traditionelle Stollenfest gefeiert worden. Das Naschwerk war erst im Zwinger enthüllt und anschließend durch die Innenstadt getragen worden. Dort wurde es dann angeschnitten. Begleitet wurde der Stollen dabei von rund 100 Bäckern und Konditoren sowie Schornsteinfegern und Müllern. Der Stollen wog in diesem Jahr fast vier Tonnen und war 4,10 Meter lang. Die Einnahmen aus dem Verkauf kommen zum größten Teil vom Hochwasser geschädigten Fußballvereinen zu Gute. Das Fest begleitet seit 1994 den Dresdner Weihnachtsmarkt. Seit 1992 wird jährlich auch ein Stollenmädchen gekürt, meist eine Auszubildende aus dem Bäckerhandwerk. Die jungen Frauen machen dann besonders während der Adventszeit überregional Werbung für Dresden. Das Dresdner Stollenfest hat seine Wurzeln bereits im 18. Jahrhundert. Sachsens Kurfürst August der Starke hatte 1730 eine unvergesslich pompöse Party gegeben. Vier Wochen dauerte das so genannte Lustlager bei Zeithain in der Nähe von Riesa. Dafür hatten Bäckermeister Zacharias und 60 "Beckenknechten" den ersten Riesenstollen gebacken. Für das 1,8 Tonnen schwere Stück war damals ein Spezialofen gebaut worden. Ein Pferdewagen mit acht Rossen hatte die kulinarische Köstlichkeit damals in Augusts Lager gekarrt und mit einem Spezialmesser ging es damals diesem ersten Riesenstollen an den Kragen. Als das Messer 1994 wieder auftauchte, rief der Finder, Kunst- und Kulturexperte Mutscheller, das Dresdner Stollenfest ins Leben.
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